Teil 4: Konsequenzen für die interne Organisationgestaltung

////Teil 4: Konsequenzen für die interne Organisationgestaltung

Teil 4: Konsequenzen für die interne Organisationgestaltung

Aus der bisherigen Diskussion ergeben sich einige bedeutsame Hinweise für die Organisation in Unternehmen im Allgemeinen und die IT im Besonderen. Zur Erinnerung: Für agile Unternehmen sind mindestens drei Dimensionen entscheidend:

  • IT-Entwicklung, IT-Betrieb sowie Lines of Business (LOB) rücken in ihrer Arbeit eng zusammen (interdisziplinäre Teams)
  • damit steht der intensiven Wissens- und Erfahrungsaustausch unterstreicht das Verbindende, nicht das Trennende (eine Vielzahl an Tools unterstützen hierbei)
  • Low-Code-Technologien – z. B. für Datenintegration, Data Warehouse in der Cloud oder Machine Learning – reduzieren die Entwicklungskomplexität drastisch, indem sie Programmiersprachen-Know-how in die Plattform verlagern; gleichzeitig erfordern sie aber neue Kompetenzen und verlangen ein weitaus „globaleres“ Verständnis für die Aufgabenstellung (Plattform-IT, continuous learning;).

Bei der Diskussion über Agilität liegt der Fokus der Betrachtung allerdings häufig auf Technologien und Methoden. Das ist keineswegs falsch, aber es gilt, die weitergehenden Implikationen zu beachten. Drei Aspekte seien hier thematisiert: die Rolle der C-Ebene, die Entstehung neuer, IT-bezogener Verantwortlichkeiten und ein geändertes Führungskonzept.

Zunächst zwingt der Veränderungsdruck die traditionale Führungsebene, ihr Verständnis für die digitale Herausforderung weiter zu vertiefen. Chief Executive Officer (CEO), Chief Financial Officer (CFO), Chief Marketing Officer (CMO) und Chief Operation Officer (COO) müssen ihre Bedeutung als digitale „Treiber“ im Unternehmen stärker ausprägen. Zweitens: es wird auf oberster Ebene z. B. ein Chief Data Officer (CDO) maßgebliche Verantwortung für Datenentstehung, -management und –verwendung übernehmen müssen. Es bedarf einer integralen Sicht auf die explodierende Menge an Daten (von strukturiert bis unstrukturiert) unter den Gesichtspunkten von data as an assetgovernance und stewardship. In seinem „Dunstkreise“ differenzieren sich seit geraumer Zeit neue Rollen aus. Data Engineer, Data Scientist, Data Visualization Expert oder Information Model Owner – dies sind nur einige Spezialisierungen in einem datengetriebenen Unternehmen. Dass sich Fragen hinsichtlich der Zusammensetzung von Teams und ihrer strukturellen Einbindung in das Unternehmen stellen, ist offenkundig. Bei der Suche nach Antworten ist Weitsicht und Transparenz in der Kommunikation geboten.

Und drittens wird den Personalverantwortlichen auf allen Ebenen ein „renoviertes“ Führungsverständnis abverlangt. Notwendig ist ein Ansatz von Führung (leadership), bei dem das Prinzip „Menschen vor Prozesse und Tools“ gilt. Simon Hayword hat es in seinem lesenswerten Buch über Agile Leadership so formuliert: „Agile working puts people at the center of everything, as they learn and adapt and accelerate together in cross-functional teams”. Tatsächlich sprechen wir hier über eine kulturelle Veränderung, die ein mitarbeiterzentriertes Führungsverständnis erfordert.

Letztlich geht es um ein umfassendes Change Management, das menschliche Bedürfnisse, Motivation und organisatorischen Potentiale auf der einen Seite mit dem technologischen Chancen auf der anderen Seite verbindet. Ein zentrales Element für den Erfolg der Veränderungen ist Vertrauen – und dies beruht maßgeblich auf klar formulierten Zielen und Dialogfähigkeit (responsiveness).

Kleines Resümee

Die Veränderungsgeschwindigkeit in den Märkten ist immens. Die IT-Abteilungen in Unternehmen stehen in einem solchen volatilen Umfeld vor immensen Herausforderungen. Die klassische IT achtet weiterhin zu Recht vor allem auf Zuverlässigkeit und Sicherheit im Kerngeschäft. Trotzdem kommt es darauf an, zügig die vorhandenen Strukturen und Prozesse mit agilen Elementen zu verweben. Bei diesem „Change“ gilt es, einen Gleichklang von technologischer Innovation, methodischer Offenheit, organisatorischer Flexibilität und mitarbeiterbezogener Führungsqualität zu gestalten.

Agilität ist am Ende des Tages nicht die Abwesenheit von Regeln, sondern die disziplinierte Beachtung besonderer Regeln, mit dem Ziel, die Veränderungsgeschwindigkeit im sozio-technischen System „Unternehmen“ deutlich zu erhöht. Da Unternehmensdaten in das Zentrum der Geschäftsmodelle rücken, muss die IT in Sachen Agilität voran schreiten. Aufgabe der C-Ebene ist es, die nötigen Freiräume hierfür zu schaffen.

Von |2018-11-05T12:06:01+00:0005.11.2018|Kategorien: Agile Enterprise Collaboration, Blog|Tags: , , |

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